Helge Lindh, MdB: „Ich fordere Klarheit, Transparenz und soziale Verantwortung von Bayer.“

Helge Lindh aus Wuppertal ist seit Herbst 2017 für die SPD im Bundetag.

Der Bundestagsabgeordnete Helge Lindh äußert sich zu den bekanntgegebenen Zahlen in Bezug auf den geplanten Personalabbau des Bayer-Konzerns in Wuppertal:

„Der Abbau von insgesamt 750 der 3400 Arbeitsplätze am Wuppertaler Standort ist ein äußerster schmerzhafter Einschnitt für unsere Stadt und eine höchst bedenkliche unternehmerische Entscheidung des Bayer-Konzerns. Neben den 350 gestrichenen Stellen im Zusammenhang mit der Schließung des Faktor-VIII-Betriebs kommt die Streichung von 400 Stellen im Bereich Forschung und Entwicklung hinzu. Nicht nur die unternehmerische Entscheidung selbst, sondern vor allem auch die Kommunikationsstrategie des Bayer-Konzerns häppchenweise über den geplanten Abbau zu informieren, ist äußerst irritierend. Das Unternehmen ist seinen Beschäftigten Klarheit und Transparenz schuldig.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum sich der Bayer-Konzern nicht öffentlich zu den Standort-Zahlen äußern will. Wenn ein Konzern plant, an einem Standort in einer Größenordnung von 20 Prozent Arbeitsplätze abzubauen und es dann nicht einmal für nötig ansieht, diesen Schritt zumindest ordentlich zu vermitteln, nimmt er einen großen Imageschaden in Kauf. Ein großer und weltweit bedeutender Global Player wie Bayer sollte einen besonders hohen ethischen Maßstab in Bezug auf sein unternehmerisches Agieren setzen. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns hat enorme Auswirkungen auf seine Beschäftigten sowie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld in Wuppertal.

Zumindest hat der Bayer-Konzern seine Zusage wiederholt, bis 2025 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Wir werden den Konzern beim Wort nehmen. Aber auch hier warten wir auf genauere Informationen in Bezug auf eine schonende und sozial verantwortliche Gestaltung des geplanten Personalabbaus.

Bayer wird mit dem geplanten Personalabbau seiner sozialen Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden nicht gerecht. Mit der Vermittlung dieser Entscheidung verspielt er endgültig Vertrauen. Dem Bayer-Betriebsrat, der nicht bereit ist, die genannten Größenordnungen zu akzeptieren, sage ich explizit meine Unterstützung zu. Das Vorgehen des Bayern-Konzerns ist nicht akzeptabel.“